Kontext wird Teil des KI-Stacks
In einem Unternehmensbeitrag vom 28. September beschrieb Microsoft Neuerungen in Fabric und Azure Databases, darunter Fabric-IQ-Funktionen, die verwalteten Geschäftskontext in Copilot einbringen sollen. Die Ankündigung nennt vorhandene Power-BI-Semantikmodelle, Kennzahlen, Beziehungen und Geschäftsdefinitionen als mögliche Grundlagen für KI-Interaktionen.
Das erinnert daran, dass Unternehmens-KI nicht nur eine Frage der Modellauswahl ist. Organisationen halten Bedeutung bereits in Datenbanken, Berichten, Datenkatalogen und ihrer Arbeitspraxis fest. Werden diese Definitionen mit einer dialogorientierten Oberfläche verbunden, kann das Übersetzungsaufwand senken – allerdings nur, wenn sie gepflegt und einheitlich angewendet werden.
Semantikdefinitionen verringern Mehrdeutigkeit
Eine Kennzahl wie „aktiver Kunde“ kann in verschiedenen Abteilungen Unterschiedliches bedeuten. Ein Bericht zählt vielleicht zahlende Konten, ein anderer angemeldete Nutzer und ein dritter schließt Testkunden aus. Eine gemeinsame semantische Ebene kann Definitionen sichtbar und wiederverwendbar machen, statt jedem Nutzer die Interpretation von Spaltennamen zu überlassen.
Die semantische Ebene garantiert selbst keine Richtigkeit. Sie muss die tatsächliche Arbeitsweise der Organisation abbilden, mit den passenden Quellen verbunden sein und eine zuständige Person haben, wenn sich Definitionen ändern. Teams sollten KI-Antworten mit freigegebenen Berichten abgleichen und die zugrunde liegende Definition zusammen mit dem Ergebnis zeigen.
Governance muss mit der Antwort erhalten bleiben
Kann ein Assistent Geschäftsdaten nutzen, stellen sich bei seiner Antwort Fragen zu Zugriffsrechten, Aktualität und Herkunft. Nutzer sollten erkennen können, welche Quellen einbezogen wurden, wann Daten aktualisiert wurden und ob ein Ergebnis auf einer gefilterten Teilmenge beruht. Eine überzeugende Zusammenfassung ohne solche Hinweise kann mehr Vertrauen auslösen, als die Daten rechtfertigen.
Administratoren sollten prüfen, wie Rollenberechtigungen in jeder verbundenen Umgebung angewendet und welche Vorgänge protokolliert werden. Zu testen sind etwa Einschränkungen auf Zeilenebene, regionale Teams und sensible Felder. Ebenso ist zu prüfen, was geschieht, wenn eine Antwort in ein Dokument kopiert oder außerhalb des ursprünglichen Arbeitsbereichs geteilt wird.
Eine praktische Reihenfolge für die Umsetzung
Zunächst wird eine begrenzte Frage ausgewählt und werden ihre Quelltabellen, freigegebenen Definitionen sowie die geschäftlich verantwortliche Person bestimmt. Daten werden bereinigt, die Logik dokumentiert und ein Vergleichsbericht erstellt, bevor eine Dialogoberfläche hinzukommt. So lässt sich ein Datenqualitätsproblem von einem Modell- oder Promptproblem unterscheiden.
Microsofts Produktplanung und Verfügbarkeit können je nach Dienst, Mandant und Einführungsphase variieren. Teams sollten feststellen, welche Funktionen in ihrer Umgebung allgemein verfügbar sind, und anschließend mit Personen pilotieren, die sowohl die Geschäftskennzahl als auch die Sicherheitsanforderungen verstehen.
Quellen und weiterführende Informationen
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